Montag, 1. Oktober 2012
Too Much
Donnerstag, 23. September 2010
Die Krähe heut früh.
Krächzt, dass unser Auge sie erfasst.
wie des Todes Lachen über die Lebenden,
klingt `s interessant.
Ihr nennt sie schaudernd Querulant,
Doch erzählt sie euch galant,
Was just sie am alten Schlachtfeld fand.
Ist sie nicht schön? Heitert sie euch nicht auf?
Freuet euch! Noch sitzt ihr oben auf!
Denn unser Mittler ist sie nicht.
Sie erzählt von der Leere
und was spricht
aus des toten Mannes grinsendem Gesicht.
Mag sein, sie lacht uns aus.
Weil wir immer weiter
durch die Irrungen des Diesseits wanken
und mit Wort und Tat
ihr immer neue Freunde sandten.
Krächzend erwartet uns ihre dunkle Wärme.
wenn wir einst den Kampf um das Leben verlieren,
sitzt sie tröstend und klagend auf unserem Stein,
um unser letzter, guter Freund zu sein.
von unserem Leben und Sterben erzählt sie in einem einzigen Schrei.
Auf dass niemand je vergessen sei.
Samstag, 10. Mai 2008
Die Hand
Ja das Leben ist ungerecht.
Wenn Du uns erzählen möchtest,
dass Dich niemand gefragt hat
ob Du Lust auf diese Stinkeparty hast,
lachen wir dich nur aus!
Denn es hat dich ja auch fast niemand gebeten zu kommen. Jeder nimmt sich so wichtig wie du dich.
Der Tag ihrer Hochzeit; der Glücklichste.
Ihre drei Kinder, das Wichtigste.
Das beschissene Dasein, das Nichtigste.
Nicht in Träumen verfangen.
Dem Ende entgegenbangen.
Tugendhaft sein.
Zum Schein.
Jedes Schwein.
Dienstag, 1. April 2008
Computerwelt
Unser Gehirn..
funktioniert mit Strom.
Es gibt nur zwei Aussagen.
Es gibt noch eine Existenzform,
welche eine binäre Sprache spricht..
Sein oder Nichtsein,
Das ist hier die Frage.
Samstag, 19. Mai 2007
Night And Dark
Forever in my heart
Walking in the midnight rain
I'll never fall in love again
Night and dark
Nobody to see me cry
And like a flower slowly dies
So will I
Night and dark
In your shadows I can hide my pain
In my heart
The light will never shine again
The light will never shine again
Night and dark
Forever in my heart
For all the love I`ve ever lost
My soul now feels a bitter frost
Night and dark
Forever when you say goodbye
All the stars will fade and die
In my sky
Night and dark
In your shadows I can hide my pain
In my heart
The light will never shine again
The light will never shine again
Night and dark
Forever in my heart
I'll always sing a song that's sad
For all the love I never had
Night and dark
Until the earth begins to crack
I know I'll never get them back
Roll the credits fade to black
God's tears are falling
Like stars they are falling
For the host of angels
Dying in my soul
God's tears are falling
Heaven's calling
Calling me, calling
A drifter alone in the dark
In the dark you'll never see me cry
In the dark you'll never see me cry
You'll never see the tears in my eyes
You'll never see the tears that I try to hide
In the night and dark
bleibt mir ein Bild von uns in einem goldnen Rahmen
Es war zu kurz, doch in der grossen Ewigkeit
ist selbst ein Leben lang eine Momentaufnahme.
Und du bist jünger, du willst vielleicht noch mehr tun,
Du hast ja fast die ganze Zukunft noch vor dir,
Und wird der Abschied mir auch lang und heftig
Weh tun, wir bleiben Freunde, das ist heut zutage viel.
Wenn du je fort gehst und das kann schon morgen sein,
Schau ich dir lange nach und werde tapfer winken,
und dann entkork ich meine beste Flasche Wein
Um ganz allein auf den verlorenen Traum zu trinken.
Und dann erst sag ich:
He,
Ich hab mit mehr gerechtnet,
nun ja, gerechnet, ach.
Ich hab auf mehr gehofft.
Gemeinsam Altern, das hat mir vorgeschwebt,
Ich wünschte es zu sehr und sagte es zu oft.
Wenn du je fortgehst und mir sagst es ist vorbei
bleibt mir ein Bild von uns in einem goldnen Rahmen
Oder ich sag vielleicht,
Bleib hier, in Gottes Namen...
Er wollte einfach nicht mehr weiter leben.
Er hat sich eines Tages aufgegeben,
Ich sah es kommen und stand bloss daneben,
Er hat nicht nur damit gedroht, nein.
Er stieg einfach aus dem Boot.
Man glaubt oft das man einen kennt.
Nun ja, ich habe Jos ganz gut verstanden,
Obwohl wir nicht gleich zueinander fanden.
Er taute auf als wir uns besser kannten,
dann ging ein Riss durch den Zement.
Er war mir plötzlich nicht mehr fremd.
Wenn wir zu zweit an stillen Sommertagen
Im Abendrot am dunklen Wasser lagen,
konnte er mir auf einmal alles sagen,
Er hatte sich an mich gewöhnt
und uns hat nicht mehr viel getrennt.
Er sah mir selten ins Gesicht.
Auch als wir schon beinah Freunde waren.
Er hatte Angst sich ganz zu offenbaren.
Er konnte Stundenlang ins leere starren.
Dann wusste ich er möchte nicht,
Daß man das Schweigen einfach bricht.
Er wollte eine harte Schale haben,
Sich vor der ganzen Welt in sich vergraben,
Ich saß dabei und zwang mich nicht zu fragen,
denn irgendwie da wusste ich,
daß er von ganz alleine spricht.
Und dann hat er von sich erzählt.
Von Eltern die sich immerzu nur streiten,
Er, hin und her gerissen zwischen beiden
und schliesslich lassen sie sich scheiden.
Und wen von beiden er auch wählt:
Er fühlt das ihm der andere fehlt.
Er scheint auf einmal überall zu stören.
Zu keinem Menschen richtig zu gehören,
Er möchte Liebe und erhält:
Viel Schokolade und viel Geld.
Man steckt ihn in ein Internat,
Am Anfang möchte er vor Heimweh sterben,
doch was er fühlt kann er bald gut verbergen,
er ist ein schlechter Kammerad.
Kaum einer gibt sich mit ihm ab.
Nach der Schule lässt er sich so treiben,
will nichts erreichen und will nirgends bleiben.
Nur weil er glaubt Ihn könnte keiner leiden.
Vertraut er keinem guten Rat
Und seine Wege sind nicht grad.
Das alles hat er mir gesagt.
Er konnte früher nie darüber reden.
Doch mir erzählte er sein ganzes Leben.
Hätt ich ihm damals bloss die Hand gegeben
Und ihm gesagt, daß ich ihn mag.
Mein Gott, es war sein letzter Tag.
Den letzten Brief schrieb er an mich
Und darin stand:
Auch Du hast mich belogen,
mit Deinem milden Lächeln
mich betrogen
und mich am Ende wieder abgeschoben.
es denkt halt jeder nur an sich.
und trotzdem hoffte ich auf Dich.
Ich fühlte mich ganz wohl in Deiner Nähe.
Verzeih, wenn ich so einfach gehe,
das ist nur weil ich keinen Sinn mehr sehe.
Ich will nicht mehr.
Leb wohl, Dein Jos
Donnerstag, 17. Mai 2007
Do you remember chalk hearts melting on a playground wall
Do you remember dawn escapes from moon washed college halls
Do you remember the cherry blossom in the market square
Do you remember I thought it was confetti in our hair
By the way didn't I break your heart?
Please excuse me, I never meant to break your heart
So sorry, I never meant to break your heart
But you broke mine
Kayleigh is it too late to say I'm sorry?
And Kayleigh could we get it together again?
I just can't go on pretending that it came to a natural end
Kayleigh, oh I never thought I'd miss you
And Kayleigh I thought that we'd always be friends
We said our love would last forever
So how did it come to this bitter end?
Do you remember barefoot on the lawn with shooting stars
Do you remember loving on the floor in Belsize Park
Do you remember dancing in stilettoes in the snow
Do you remember you never understood I had to go
By the way, Didn't I break your heart
Please excuse me, Never meant to break your heart
So sorry, Never meant to break your heart
But you broke mine
Kayleigh I just wanna say I'm sorry
But Kayleigh I'm too scared to pick up the phone
To hear you've found another lover to patch up our broken home
Kayleigh I'm still trying to write that love song
Kayleigh it's more important to me now you're gone
Maybe it will prove that we were right
Or ever prove that I was wrong
Mittwoch, 16. Mai 2007
Als der Zirkus in Flammen stand
Als der Zirkus in Flammen Stand,
Sah ich selbst mit aller Ruhe aus der Ferne das getue,
Als der Zirkus in Flammen Stand
Eine Löwin wär fast verbrannt,
Weil sie nicht mehr den Ausgang fand,
Doch die meisten dieser Biester sprangen brüllend durchs geknister,
Als der Zirkus in Flammen Stand,
Menschen kreischten schallender als Affen,
Vierzehn Tieger rannten in die Stadt.
In den Drähten hingen zwei Giraffen.
Achtundzwanzig Kinder trat man platt!
(Bing!)
Als der Zirkus in Flammen Stand,
Ist auch ein Vogelstrauss verbrannt,
Denn der gute Vogel tauchte,
Während sein Hinterteil schon rauchte
Seinen Kopf standhaft in den Sand hähähähä
Selten ham wir so etwas gesehen,
Selten ham wir alle so gelacht,
Denn aus Dingen die hier sonst geschehen,
Ham wir uns ja nie sehr viel gemacht!
Die paar Morde die manchmal passieren,
Die sind stets ohne Leidenschaft und faaaad
Die kann man ja höchstens ignorieren,
Wie den Mann im Mädchenpensionat
Keiner spricht dann mehr vom Lehrer Harald,
Der ein Kind erwürgte und dann floh,
Denn das Kind war höchstens sieben Jahr alt,
In dem Alter merkt mans noch nicht so!
Keiner spricht vom Sohn des Medizieners,
Der die Apothekerin erstach,
Dann an Ort und Stelle ih Strichnin as,
Und sich noch die Halsschlagader brach.
Selbst als unsre Blindenanstalt brannte,
Dauerte die Heiterkeit nicht lang,
Weil kein Mensch verbrannte den man kannte
Und nicht einer aus dem Fenster sprang!
Alle Blinden blieben in den Betten,
Und benahmen sich dort sehr geschickt,
Und man konnte schließlich alle retten,
Nur ein Feuerwehrmann, der ist erstickt
Nennt es da noch irgendjemand Wunder,
Daß man unsre kleine Stadt verflucht,
Daß man weg will von dem ganzen Plunder
Und sich sein Vergnügen einfach sucht?
(Blongk!)
Als der Zirkus in Flammen Stand,
Als der Zirkus in Flammen Stand,
Sprangen brennende Artisten
Auf die Rücken der Touristen,
denn sie hatten kein Netz gespannt.
Auch verbrannte ein Elephant,
Der aus Dummheit ganz still dort stand,
Ohne Laut ging er zugrunde
Und er brannte eine Stunde,
Als der Zirkus in Flammen Stand.
Dann ging man den Hewrrn Direktor suchen,
Der war grad verreist an diesem Tag,
Um den Zirkus anderswo zu buchen,
Als ers hörte, "PUMM" traf ihn der Schlag
(Kloingg)
Als der Zirkus in Flammen Stand,
War nicht Wasser genug zur Hand,
In zwei lächerlichen Teichen,
lagen Leichen über Leichen,
Ein paar halbe Jaguare
Und verkohlte Dromedare,
Zwischen stöhnenden Domteuren
Und verwundeten Jongleuren.
Tribünen sind zersplittert
Und die Erde hat gezittert
Und vom Himmel fieln die Funken
Und das ganze hat gestunken!
Ja, die Stadt war ausser Rand und Band!
Als der Zirkus,
Der Zirkus
In Flaaaaammeeeen Staaaaand!
Bewildered
So,
You think you`re so clever...
And you think you`re all right,
But I know the game that you`re playing
And it wouldn`t last.
`Cause you feed her lies...
Keep her hangin` on
And she looks so bewildered
And so in secure
And she thinks that she needs you,
More than you know.
`Cause you feed her lies..
Keep her hangin` on
And it`s just her right!
Leave her alone,
Leave her alone...
Yeah you feed her lies..
Keep her hangin` on
And it`s just her right!
Leave her alohoooooooooooohhne
Leave her alone
(streicher...logo)
Lallaaaalaaaa
..... lallaalaaa
Yyyyyyeeehyyeahhh...
Laddadaaayahaaa
Kein Ton

Kein Ton dringt in mein Zimmer,
Ringsum ist alles still
Der Wecker tickt ganz leise,
Selbst das ist mir zuviel
Die Kerze auf dem Tisch
Ist lang schon abgebrannt
Den Abschiedsbrief von Dir,
Den halt ich in der Hand
Wenn Du mich jetzt hörst,
Gib mir ein Zeichen
Mach das sich hier Irgendwas bewegt,
Schon ein kurzer Lichtschein würde reichen
Ich möchte doch nur wissen, daß es Dir dort besser geht
Ein Auto auf der Strasse
Schenkt mir ein wenig Licht
Das Leben ist so einsam
Und so finster ohne Dich
Auf Deinem Platz stehen Blumen
Ich hoff Du findst sie schön
Gabs wirklich keinen Ausweg
Als ohne einen Ton zu gehn
Wenn Du mich jetzt hörst,
Gib mir ein Zeichen
Mach das sich hier Irgendwas bewegt,
Schon ein kurzer Lichtschein würde reichen
Ich möchte doch nur wissen, daß es Dir dort besser geht
Wenn Du mich jetzt hörst,
Gib mir ein Zeichen
Mach das sich hier Irgendwas bewegt,
Schon ein kurzer Lichtschein würde reichen
Ich möchte doch nur wissen, daß es Dir dort besser geht
Montag, 14. Mai 2007
Wissen, das Du magst.
Susi
Jeder stand da und rührte sich nicht.
Ihre Augen rangen nach Luft.
Stevan war tot. Noch nie hatten wir ihn so gesehen.
Alle mochten ihn. Er war immer fröhlich. Er konfrontierte niemanden mit seinen Problemen. Er war einer von denen, die niemals zuließen, dass jemand ihn traurig, schwach oder gar krank sah. Ein Sunnyboy.
Mit halblangen blonden Haaren, Dreitagebart und laut herrschender Meinung „süßem Lächeln“
Nun lag er da und alle konnten sehen, dass auch er nicht mehr war, als das, was sie jeden Samstag auf dem Tisch hatten.
Ein Tier wie jedes andere auch. Die jungen Damen konnten diesen Beweis menschlicher Unwichtigkeit nicht länger ansehen, ohne zu würgen, sich zu übergeben, in Ohnmacht zu fallen oder einfach nervlich
am Ende und verstört, verrückt zu kreischen und zu heulen.
In dieser entfremdeten Welt. In dieser Zeit, in der sich die meisten Menschen als Kopie irgendwelcher Werbemodels verstehen
und sich wie Institutionen in Szene setzen, ist es natürlich ein Schock, wenn sich plötzlich beim Segeln und Becks trinken ein Riemen löst und eine Stange vom Wind angetrieben einen Menschen so zerschmettert, dass alles im Umkreis von drei Metern in eine bizarre Landschaft aus Blut und Knochen verwandelt wird und die Glieder mitsamt Schuhen, Ärmeln, Uhren und sonstigen Dingen dieses Bild an einen zersprungenen Spiegel erinnern lassen.
Tod und Teufel! Da hat das Schicksal einen schlechten Tag gehabt!
Aber warum musste es ausgerechnet der kleinen Susi sein Gehirn
Ins Gesicht schleudern...
R. J. Storm
Der Teller im Fluss
Ein Mann kam eines Nachts nach Hause.
Zu seiner Hütte. Einer Blockhütte und seiner Frau. Er war gerade 60 Kilometer durch die Taiga gefahren, umschmeichelt von den äußerst ermüdenden Schatten von Gräsern, kleinen Hügelchen, gähnenden Mooren, Wäldchen und sehr sporadisch auftauchenden kleinen Lichtern, welche von Außenposten aus aufblitzten, die man nach näherer Betrachtung wahrscheinlich nicht der Zivilisation zugeordnet hätte.
Er kam gerade aus der letzten Stadt. Er war betrunken gewesen und hätte eigentlich am Tage zuvor schon um diese Uhrzeit Zuhause sein sollen. Er war irgendwo bei einem Landsmann untergekommen, der ihm gegenüber bis auf die Herkunft keinen Grund ihm zu vertrauen gehabt hatte. Aber so war es eben im Norden.
Er war todmüde und hatte das Gefühl, dass er allein froh war, dass er den langen Heimweg heil überstanden hatte.
Mit einem flauen Gefühl in der Magengegend näherte er sich der Türe seiner Hütte. Er versuchte sich zu erinnern, welche Zeit die Uhr seines Pick-Ups angezeigt hatte, doch er hatte nicht nachgesehen und musste schätzen..
Ihm fiel dabei lediglich auf, dass es vollkommen zwecklos war. Es war einfach schon zu lange dunkel.
Er schloss mühelos die Tür auf. Die Gemütlichkeit, die der kleine Raum mit dem warmen Ofen für ihn ausstrahlte, fluffte über ihn wie eine Felldecke, die wohltuend schwer auf den müden Gliedern liegt und jede Einschlafzeit sofort halbiert. Er setzte sich auf seinen Sessel, der neben dem Ofen stand, legte die Beine auf den Sitzsack und war sofort weg. Selbstverständlich schlief er wie ein Toter. Sollte er etwas geträumt haben, dann war es wohl nicht mehr als die endlose Fahrt auf dieser endlosen, geraden Straße, über die die Scheinwerfer geglitten waren, erinnern konnte er sich nicht daran. Als er aufwachte, sah er seine Frau von hinten.
Sie stand am Herd und machte offensichtlich gerade Kaffee. Er genoss die Idylle noch einen Moment, bevor er sich bemerkbar machte.
Er dachte, sie würde bestimmt vorbei sein, wenn sie merkte, dass er wach war.
Schließlich stellte sie einen Kaffee auf den Tisch neben ihm und sah ihn freundlich an. Sie sagte nichts.
Sie sah den Kaffee an, dann ihn und zuckte mit den Brauen.
Er entschloss sich nichts zu denken und rappelte sich auf, um einen Schluck von dem gut duftenden Kaffee zu sich zu nehmen.
Ein taubes Gefühl machte sich unter seiner Kopfhaut breit und die Wärme des Kaffees ergoss sich in alle Glieder.
Wie eine Umarmung von innen. Er blickte zu seiner Frau auf, die da nun ihn musternd mit verschränkten Armen stand und liebte sie.
Sie habe die Besorgungen gezählt, erwähnte sie beiläufig. Wo denn die Patronen wären, fragte sie ohne Umschweife.
Sie wären aus gewesen, erklärte er unbeholfen und wirkte dabei nicht sehr glaubhaft. Was sie kochen solle, was sie aufhängen solle?
Was sie denn zum Geier außer Kartoffeln fressen sollten, schrie sie!
Nahm den Kaffee und warf ihn an die Wand. Dass der Tasseninhalt quer durchs Zimmer spritzte.
Da stand er auf und schlug sie! Eine Rückhand, die sich gewaschen hatte. Sie fiel um. Ihr Kopf verfehlte nur knapp die Tischkante.
Dann lag sie nur noch weinend da und er stand da und begriff nicht, was er da getan hatte. Eine Schelle schallte durchs Zimmer,
als er sich selbst die flache Hand ins Gesicht schlug. Sie schaute kurz auf und lachte hysterisch, bevor die Verzweiflung sie wieder übermannte und sie zitternd dem nächsten Heulkrampf unterlag. Er warf sich auf sie, umschloss sie mit den Armen, als ob er
versuchte, sie vor der Situation zu beschützen.
Sie wehrte sich nur kurz.
Er gehe jetzt angeln, flüsterte er, als sie beide später wie zwei vergessene Teebeutel auf der Sitzecke verteilt lagen.
Stumpf starrte sie vor sich hin.
Nachdem er sich umgezogen hatte, holte er einen großen, ovalen Teller aus der Küche und hielt ihn ihr vor die Nase.
"Heute Abend liegt für uns auf diesem Teller der beste Fisch, den wir jemals hatten",
Während er an ein zugegeben mageres Essen mit seiner Frau bei Kerzenschein dachte,
sah sie nur ihre Jugend an sich vorüber ziehen und fragte sich, wie sie an diesen Kerl geraten war. Was sie alles auf sich genommen hatte, um mit ihm jetzt hier zu sein. Ob sie an einen Weg ohne Entbehrungen glaubte, weiß ich nicht zu berichten.
Frauen, die etwas ausbrüten, verwirrten ihn nur und waren für ihn nicht zu durchschauen.
Als er am Fluss ankam, war es Nacht. Wie es schon seit Wochen Nacht war. Der schwarze Fluss glitzerte verheißungsvoll.
Er begann erst den Campinghocker zu entfalten, als der Schwimmer schon im Wasser seine Schneise zog.
Er zündete sich ein Pfeifchen an und sah und hörte skeptisch zu, was das Land um ihn herum so trieb.
Als ihm kalt wurde, trank er eine Tasse von dem Kaffee aus seiner Thermoflasche.
Tränen stiegen ihm in die Augen.
Er wischte sie weg. Immer noch kein Fisch.
Nach einer Stunde biss ein Fisch an. Es war ein sehr kleiner Fisch, der ihn kalt und hämisch anzulächeln schien.
Ohne Rücksicht auf diesen Eindruck warf er ihn mitleidig zurück in den Fluss. Außerdem wäre es gerecht gewesen, hätte der Fisch ihn wirklich so angeschaut, dachte er schweigend, als sich der kleine Mickerling im Schwarz verlor.
Es hatte keinen Sinn. Er ging nach Hause.
Er fand ein leeres Haus vor, aber es war ihm schon aufgefallen, dass sein Pick-up irgendwie fehlte.
Ein Riesenfisch schwamm in seinem Kopf herum. Er legte seine kühlen Hände auf sein Gesicht und schloss die Augen.
Hätte es etwas geholfen, hätte er versucht sich die Hand ins Ohr zu rammen, um den Fisch herauszuholen.
Er war ziemlich kaputt, als er den Zettel fand.
"Bin zu meiner Mutter gefahren, warte nicht auf mich!
Guten Appetit."
"So", dachte er sich, "wenn der Fisch nicht zum Teller kommt, kommt der Teller eben zum Fisch!"
Er packte den Teller, lief den Kilometer heulend zum Fluss und schleuderte ihn ins Wasser.
"Bevor der nächste Tag anbricht, schwimmt bestimmt ein toller Fisch über den Teller und ich habe doch recht behalten,
wenn schon alles andere, was ich je gesagt und gemacht habe, offensichtlich ein Fehler war."
Diese Geschichte ging mir durch den Kopf, als ich neulich einen Teller in einem Fluss liegen sah und sich ein Fisch genau diesen Ort ausgesucht hatte, um gegen die Strömung, wie wir es bestimmt alle schon einmal gesehen haben, auf der Stelle zu schwimmen. Fische mit Galgenhumor.
Wie drollig.
R. J. Storm
Momentaufnahme der Finsternis
Ich sehe in Dein Herz und was ich sehe erschreckt mich
denn ich sehe,
Du liebst mich und doch verlass ich Dich.
Ich zerfliesse, ich weiß Du rufst nach mir.
Einen kurzen Moment, den schenk ich Dir.
Ich kann Dich nicht hören es nagt an mir.
Bitte geh aus meinem Kopf!
Bitte bleib bei mir!
Es kennt nur dies Stück Papier,
Was die Liebe die mich einst so wärmte,
anrichtet hier.
Die Wände kommen auf mich zu
Doch ich bin still. Bald habe ich meine Ruh.
Ich mache meine Augen zu und
Sinke auf den Grund meiner Seele,
Denn es tut mir so leid, daß ich dich Quäle.
Dort werde ich alleine sein
bis ich geläutert bin und rein.
Und tauch ich auf seh ich nach Dir.
Sind Deine Gedanken noch bei mir?
Ich hoffe, daß Du dann wieder fröhlich bist,
Woanders und jemand anderen küsst
Auch solltest Du noch einsam sein
Ich bin geläutert und nie mehr Dein.
R. J. Storm
An der Tür des Selbstmörders
Wenn du mich kanntest,
Komm nicht rein,
Sonst wird dein Leben
Nie mehr das selbe sein.
(das unterschreib ich nicht!
war nur ein Gedanke)
